Die schmutzigen Tricks bei der Scheidung

Die letzte Ausgabe des FOCUS titelt mit "Die schmutzigen Tricks bei der Scheidung". Da Familienmediation immer beliebter wird, versucht mancher, das kooperative Prinzip der Familienmediation für sich zu nutzen und den anderen zu übervorteilen. Bei FOCUS-Online heißte es dazu:

 

"Besonders abgefeimt ist der Mediationstrick. Heißt: Man schlägt dem Noch-Partner vor, sich in aller Freundschaft und Güte zu trennen und deswegen auf teure Rechtsanwälte zu verzichten und nur eine gemeinsame Mediation zu machen. In seinem großen Harmonie-Bedürfnis geht der Partner darauf ein, während man sich selbst natürlich ausführlich beraten lässt und auslotet, wie man die Gegenseite ausbooten kann. Bis die Betrogenen das merken, ist es längst zu spät...."

 

Es wird leicht vergessen, dass Mediation und kooperatives Verhandeln nichts für "Weichspüler" sind, auch hier kann es durchaus hart zur Sache gehen. Instrumentalisiert und ausgenutzt wird in dem Beispiel einzig die emotionale Ebene: Ein Rest an Vertrauen, das Bedürfnis nach Harmonie. Für beide Scheidungsaspiranten gilt daher, dass sie sich begleitend rechtlich beraten lassen sollten. Gefragt ist allerdings auch das Geschick des Mediators: Bemerkt er ein Macht- oder Informationsgefälle zu Lasten eines Medianten, sollte er - natürlich ohne inhaltliche Stellungnahme - anregen, dass sich der betroffene Mediant die nötigen Informationen und die erforderliche Beratung verschafft.

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