Logbuch: Gesellschaft


"Mit dem Pack kann man nicht reden ..."

"Mit dem Pack kann man nicht reden ..."


Über den Umgang mit "schwierigen" Bevölkerungsgruppen

Nach den Ausschreitungen in Heidenau waren über die gegen Flüchtlingsheime demonstrierenden Menschen  aus den Reihen der Politik Aussagen zu hören wie "... nicht aufgeschlossen ...", "... zur Kommunikation nicht fähig..." oder "... für Argumente nicht zugänglich ...". Mit Pepita war es genauso. Gewiss, aus diesen Sätzen spricht eine berechtigte moralische Entrüstung; doch wenn ich solche Aussagen höre, dann bin ich alarmiert und ich frage mich, wie gut es denn noch steht, um den produktiven  Meinungsaustausch in unserer Gesellschaft. Alarmiert bin ich weil mir gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung in unserer  Gemeinschaft wichtig sind. Ein lebhafter und gewaltloser Meinungsaustausch gehört zur lebendigen Demokratie. Wenn ich jemandem solche Eigenschaften zuschreibe und ihn als kommunikationsunfähig und verbockt bezeichne, vielleicht noch als Pack, dann macht das den Diskurs nicht lebendig, sondern führt zur Erstarrung und zementiert tote Vorurteile. Eine Demokratie kommt nicht ohne Wertschätzung und Anerkennung aus. Auch der, der eine andere Meinung hat, will anerkannt und gewürdigt sein. Darauf hat er einen Anspruch als Person, so wie jeder andere auch. Selbst dann, wenn ich seine Meinung nicht gut finde. Darum geht es doch gerade in einer offenen und pluralistischen Demokratie. 

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